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Gerhard Strahl in Detmold mit höchster Auszeichnung geehrt


Die Aufnahme in die International Martial Arts Hall of Fame, die Ruhmeshalle der Kampfkünste, stellt weltweit die höchste Auszeichnung im Kampfsport dar. Die Aufnahme ist vergleichbar mit dem "Oscar" oder "Emmy" beim Film oder der "Glory" oder "Laureus" beim Sport. Vielen legendären und prominenten Kampfsportmeistern wurde bereits die Hall of Fame Ehrung zuteil, so beispielsweise Bruce Lee, Jackie Chan, Chuck Norris, Jet Li und David Carradine.

"Ich bin aus allen Wolken gefallen, als ich Anfang März die Nachricht bekam, man hätte mich nominiert," so Gerhard Strahl, der am 18. Juni in Detmold anlässlich einer Gala-Veranstaltung zusammen mit einigen anderen Kampfsportlern aus Europa in die Hall of Fame aufgenommen wurde. "Ich dachte zuerst an einen Scherz. Wieso sollte ich als Hobby-Kampfsportler mich aus Millionen anderen hervorheben und einer von 10 Personen sein, die alljährlich europaweit aufgenommen werden?"

Ein aus 12 Großmeistern bestehendes Gremium hat aus den Nominierten letztendlich auch die zu Ehrenden ausgewählt. Hierbei wurde darauf Wert gelegt, dass nicht nur weltweit bekannten und im Kampfsport aktiven Persönlichkeiten wie Filmschauspielern oder Politikern die Aufnahme in die Hall of Fame zuteil wird, sondern auch Personen, die hiervon viel verborgener, jedoch nicht weniger effektiver, wirken.

Strahl habe es in den vergangenen Jahren vorbildlich verstanden, den Kampfsport nicht nur örtlich, sondern auch überregional und sogar europaweit zu verbreiten.

In seinem örtlichen Verein, dem SRC Viernheim, stünde der mehrfache Schwarzgurtträger der koreanischen Kampfsportarten Taekwondo und Hapkido sowie des israelischen Nahkampfsystems Krav Maga nicht nur als Trainer zur Verfügung. Vielmehr betreibe er permanente Öffentlichkeitsarbeit und habe es Dank von ihm gefundener Sponsoren geschafft, den Mitgliedern kostenlos Kampfsportbekleidung sowie Trainingsgegenstände zur Verfügung stellen zu können. Diesem Bemühen wird zugeschrieben, dass sich seit seiner aktiven Zeit als Trainer im SRC Viernheim die Mitgliederzahl vervielfacht hat.

Überregional sei Strahl während seiner Freizeit, oftmals zum Leidwesen seiner Familie, häufig unterwegs, interessierten Personenkreisen möglichst einfach und effektiv Selbstverteidigung beizubringen. So stehe er bei mehreren Volkshochschulen im Programm, habe aber auch schon beispielsweise Kinder von Fußballvereinen, Schulklassen, die Freiwillige Polizei oder Reservisten der Bundeswehr unterrichtet oder stehe als Referent bei Kampfsportlehrgängen zur Verfügung. Teilweise übe er diese Tätigkeiten vollkommen kostenlos aus und verzichte sogar auf Benzingeld, da es seiner Ansicht nach belohnt werden müsse, wenn sich heutzutage jemand traue, über Zivilcourage nachzudenken.

Europaweit habe er seinen Wohnort Viernheim schon nach sehr kurzer Zeit bei Kampfsportfans dadurch bekannt gemacht, dass er alljährlich in Personalunion einen Breitensportlehrgang organisiere. Bereits im zweiten Jahr habe sich die Qualität dieses Lehrgangs derart herumgesprochen, dass zahlreiche Sportler aus den Anrainerstaaten extra hierfür nach Viernheim gekommen seien.

Strahl ist seit 2010 auch Mitglied des International Board of Black Belts, einem der ältesten und größten internationalen Meister-Gremien für traditionelle Kampfkünste und moderne Kampfsportarten. Dieses internationalen Dan-Träger-Gremium, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Kampfkünste in ihrer wahren Form und inhaltlichen Bedeutung zu erhalten und zu fördern, unterliegt die Prüfungs- und Lehraufsicht in den verschiedenen Disziplinen. Voraussetzung für die Aufnahme war daher neben technischem Können und Kompetenz auch die richtige geistige Einstellung; das "Do", das zahlreiche Kampfsportarten in ihrem Namen führen.

Anläßlich der Laudatio attestierte ein Großmeister, dass "das ganze Wissen, die ganze Energie, die Kompetenz, das Können und auch die Lebenszeit, die man in die Lehre und die Verbreitung der Kampfkünste einbringe, mit keinem Geld und Gold aufgewogen werden können."

Aus diesem Grunde werde nicht nur die Aufnahme in die Hall of Fame zelebriert, sondern die europäischen Repräsentanten der Martial Arts Association International, die Großmeister Robert Chwalek, Bernd Höhle und Thorsten Isringhausen sowie der Shaolin-Meister Shi Yan Rui zeichneten den völlig verdutzten Strahl überdies noch mit dem Merit Honour Award, der Ehrenverdienstmedaille, aus.

Neben der feierlichen Ehrung und der Auszeichnung selbst beinhaltet das auch einen Text-Foto-Bericht in der "Who is Who"-Sonderausgabe des weltweit erscheinenden Kampfkunst Magazins, die Abbildung auf dem Hall of Fame Poster 2011 sowie viele Presseberichte weltweit.

Strahl kann diesen Wirbel um seine Person nicht so recht nachvollziehen. Er habe ein Hobby, um dieses mache ihm logischerweise Spaß. Wenn es sich dabei gezeigt habe, dass er die ein oder andere Sache anderen Interessierten weitergeben kann, und diese mittlerweile selbst Schwarzgurtträger oder angehende Meister seien, so sei das Befriedigung genug. Im Übrigen organisiere er gerne, so dass das Thema Sponsoren und Lehrgänge mehr Spaß als Arbeit für ihn seien. Auch das Abhalten von Selbstverteidigungskursen betrachte er eigentlich mehr als ein Auffrischen einfacher Techniken für sich selbst, als eine Lehre für andere. Ihn dafür gleich mit der höchsten aller Ehrungen sowie einer Verdienstmedaille zu überhäufen, hält er daher für etwas weit hergeholt. Trotzdem sei er natürlich unheimlich stolz hierauf.

Ungeachtet seiner Ansichten ist Gerhard Strahl der erste Viernheimer, der sich nunmehr "Member of the Martial Arts Hall of Fame" nennen darf.

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